Tonleitern
ungestört mit Rhythmus überlagert

Dadurch, daß Einer- bis Siebenergruppen von Tönen über eine bis sieben Oktaven hinauf und hinunter gespielt werden, kommt jeder Ton der Tonleiter einmal mit jeder möglichen Gewichtung zu stehen. Denn vom lautesten ersten Ton einer Gruppe bis zum letzten besteht ein kleines Decrescendo. Zum Beispiel bei Dreiergruppen steht der Ton C einmal an erster, einmal an zweiter und einmal an dritter Stelle der Dreiergruppe, und zwar jeweils in Aufwärts- und in Abwärtsrichtung!

Auf diese Weise wird eine größtmögliche Unabhängigkeit zwischen Fingersatz und Rhythmusstruktur erreicht.

Fingersatzordnung der Tonleiter

Man mache sich einmal bewußt, warum es so schwierig ist, Tonleitern parallel in beiden Händen schnell zu spielen: Denn es findet eine zuerst scheinbar unregelmäßige Folge von Lagewechseln links und rechts statt. Um diese bewußt zu machen, folgende Übersicht:

zwei Oktaven hinauf und zwei Oktaven hinunter (als Beispiel)

re

1

 

 

1

 

 

 

1

 

 

1

 

 

 

(5)

 

 

 

 

3

 

 

4

 

 

 

3

 

 

 

c

d

e

f

g

a

h

c

d

e

f

g

a

h

c

h

a

g

f

e

d

c

h

a

g

f

e

d

c

li

5

 

 

 

 

3

 

 

4

 

 

 

3

 

(1)

 

 

1

 

 

 

1

 

 

1

 

 

 

 

 

bd

 

 

re

 

li

 

re

li

 

re

 

li

 

(bd)

 

 

li

 

re

 

li

re

 

li

 

re

 

 

Durch folgende Lernschritte können die darin enthaltenen Informationen in das Gehirn und die Motorik "einprogrammiert" werden. Dabei ist es sinnvoll, alle Schritte laut vor sich hinzusagen, denn mit der Sprache geht das Bewußtsein einher, die Selbstkontrolle, letztlich auch die Atmung, ohne die ich ja kaum sprechen kann...

1) Ansage aller Notennamen

2) Ansage jeder Fingerzahl, erst links, dann rechts

3) Ansage jeder oben geschriebenen Fingerzahl

4) Ansage der Angaben der unteren Zeile, nämlich, wo der Lagenwechsel stattfindet: links (li), rechts (re), beide (bd).

Jeder dieser Lernschritte sollte bis an die Grenze des Sprechtempos gesteigert werden, denn hier gilt es, ein motorisches Basisprogramm enorm zu festigen, um dann die Tonleitern mit den rhythmischen Überlagerungen frei "interpretieren" zu können! Freiheit durch Können!

Bei anderen Tonleitern wie H-dur oder B-dur sind andere Fingersätze in gleicher Weise leicht übertragbar.
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